2016-05-15

Die Sonntagskritzelei//sunday doodle

DE: Bleistift, Buntstifte, Papier. 
Manchmal ist das alles, was man an einem grauen Sonntag braucht.
Ich habe ziemlich lange nicht mehr gezeichnet. Früher habe ich viel mehr gemalt und gezeichnet. Die Kindheit bestand doch irgendwie nur aus Malen, spielen, Bücher lesen und obwohl man um sechs Uhr Abends schon ins Bett musste, waren die Tage so unfassbar lang. Man hatte einfach keine Vorstellung von Zeit, man hatte keine Vorstellung von Alter. Ein Jahr bestand nicht aus zwölf Monaten, sondern nur aus Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Man lebt irgendwie nur vom eigenen Geburtstag bis Weihnachten, bis Ostern und so weiter. 
In der Schule konnte man noch meistens weitermalen. Wenn der Unterricht lanweilig war, wurden eben die Ränder in den Schulheften zur Leinwand. Aber spätestens seit dem Studium oder dem ersten richtigen Job ist es immer weniger geworden. Das Jahr war zu zwölf Monaten geworden, die zwölf Monate zu 365 Tagen, unterteilt in Wochenenden, Ferien, Prüfungstermine, Partys und Verabredungen. Und obwohl man plötzlich 24 Stunden zur Verfügung hatte, waren die Tage trotzdem nur noch so kurz. Oder ist die Kreativität verschwunden? Ich kann einen Stadtpark nicht mehr als einen Dschungel voller Abenteuer sehen, wie ich es als Kind konnte. Genauso kann ich wohl nicht mehr die Ewigkeit der Möglichkeiten sehen, die in zwei Stunden stecken. 
Heute habe ich mir Zeit genommen, um zu zeichnen. Es ist keine großartige Zeichnung und ich war zu faul, die Haare fertig zu stellen. Man sieht auch Bleistiftspuren durch und ich gehöre nicht zu denjenigen, die wie ein Foto zeichnen können. Es ist auch nicht das kreativste oder künstlerischste Bild. Aber das ist auch nicht wichtig. Ich hatte endlich mal wieder ein bisschen Zeit. 

EN: Pencil, colored pencils, paper.
Sometimes that is all you need on a gray sunday afternoon.
I haven't drawn for a long time. When I was young I drew  and painted a lot. Somehow childhood consisted of nothing but painting, playing, reading books and although we had to go sleep at 6pm, the days were unbelivable long. We had simply no idea of age. A year didn't consist of twelve months, but of spring, summer, autumn and winter. We only lived from our birthday to Christmas, to Easter and so on.
In school it was possible to continue drawing. When the lessons were boring, the margin of our exercise books became canvas. But at the latest, when we went to college or started to properly work, it decreased. The year turned to twelve months, twelve months turned to 365 days, divided into weekends, vacation, examination dates, partys and dates. And although we suddenly had 24 hours to use as we like, the days have suddenly become so short. Or has creativity gone? In a public park I can not see a jungle full of adventures like I saw it when I was a child. In the same way I cannot see the eternal opportunities that lie in two hours of freetime. 
Today I took some time to draw. It's not the most amazing drawing and I was too lazy to draw all the hair. Marks of the pencil are also visible and I am not one of these people who can draw like a photograph. It's not the mos creative or artistic drawing. But that's not important. I finally had some time again.


video

1 Kommentar:

  1. Ach, das ist ja toll, dass du dir mal die Zeit genommen hast, um mal wieder kreativ zu werden und ich finde, das solltest du wirklich öfter tun! :D Ich kann das Bild im Video leider nicht ganz so gut erkennen, weil die Quali bei mir grad nicht so gut ist, das liegt oft an unserem Internet, leider, aber von dem, was ich sehe, ist es echt gut! :D Und ich finde ehrlich gesagt Bilder, die 1:1 der Realität entsprechen und fast schon wie ein Foto anmuten, ziemlich langweilig! Es ist beeindruckend, wenn jemand die Geduld und die Fähigkeit dazu hat, aber wenn ich etwas 1:1 festhalten möchte, dann kann ich auch einfach ein Foto machen, aber deine eigene Interpretation von der Realität, wie du Dinge abstrahierst, vereinfachst oder ausschmückst, das kann kein Fotoapparat! ;) Also solltest du dich nicht weniger wert fühlen, nur weil du vielleicht nicht perfekt alles abzeichnen kannst, das kann man lernen, dauert lange, aber ob das sinnvoll ist...? Deswegen, zeichne und male doch einfach, wie es dir gefällt, ob das jetzt 1:1 ist oder frei nach Schnauze, ist doch dir überlassen, hauptsache du hast Spaß an der Sache! :D
    Und was das mit der Länge der Tage angeht und wie man in der Kindheit von Weihnachten bis zum Geburtstag gelebt und wieder auf Weihnachten zu warten angefangen hat, kann ich nur unterschreiben, ich denke, die allgegenwärtigen Zeitfresser Computer und Handy und Fernseher sind da nicht ganz unschuldig dran...denn wenn ich mal alles ausschalte und mich nur auf eine Sache konzentriere, dann fühle ich mich wieder so wie früher, als die Tage noch ziemlich lang waren! :D Aber irgendwie fällt einem doch immer wieder ständig was Neues ein, was man mal eben schnell nachgucken möchte und schwups, ist wieder eine Stunde vergangen...
    Jedenfalls, sehr schön, dass du dich hingesetzt und gezeichnet hast! :D Mach das öfter! :D

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